Was passiert bei starkem Schmerzstress im Zahn?
Stellen Sie sich vor, Ihr Zahn ist wie ein kleines Haus. Im Inneren dieses Hauses wohnt der Zahnnerv (die Pulpa). Er wird durch winzige Leitungen mit frischem Blut und Sauerstoff versorgt, damit er gesund bleibt.
Wenn Sie nun während einer Behandlung starken Stress oder Schmerzen empfinden, kann der Körper mit einem Schutzreflex reagieren: Die feinen Blutgefäße im Zahn können sich ganz eng zusammenziehen – so eng, dass die Durchblutung deutlich herabgesetzt wird. Diesen Zustand der Minderdurchblutung nennen Mediziner Ischämie.
Das Problem dabei: Erhält der Nerv über längere Zeit nicht ausreichend Nährstoffe und Sauerstoff, kann das Gewebe im Inneren des Zahns geschädigt werden oder im schlimmsten Fall absterben (Pulpanekrose).
Warum wir die Betäubung empfehlen:
Wir setzen eine sanfte Betäubung ein, um den Körper vor dieser extremen Stressreaktion zu bewahren. Das Ausschalten des Schmerzreizes trägt dazu bei, dass der Organismus entspannt bleibt. So unterstützen wir Ihren Zahn aktiv dabei, sich vor den Folgen von Schmerzstress zu schützen, und schaffen günstige Voraussetzungen für den langfristigen Zahnerhalt.
Wissenschaftlicher Hintergrund:
Klinische Studien belegen, dass akuter Schmerzstress die Mikrozirkulation (Durchblutung) im Zahnmark massiv beeinträchtigt. Eine langanhaltende Minderdurchblutung begünstigt eine Pulpanekrose (das Absterben des Gewebes). Eine präzise Anästhesie dient daher nicht nur Ihrem persönlichen Wohlbefinden, sondern gilt in der modernen Zahnheilkunde als sinnvolle Begleitmaßnahme für eine gute Geweberegeneration (Vgl. u.a. Bergenholtz et al.: Pathogenic mechanisms in pulpal disease, Journal of Endodontics).