Wieso ich Zahnerhaltungsärztin wurde: Eine persönliche Geschichte
Als junge Studentin besuchte ich meinen damals fast 100-jährigen Großvater. Die Pflegerin wusch ihn sorgfältig, doch nicht seine Zähne. Auf meinen Einwand hin versuchten wir die Prothesen herauszunehmen. Die untere ließ sich lösen, die obere nicht. Da wurde mir klar, was es bedeutet, keine eigenen Zähne, sondern Zahnersatz zu haben. Wer soll später Implantate oder Prothesen im Pflegeheim reinigen?
Mein anderer Großvater hätte sich Implantate leisten können – doch er hatte Angst vor der Operation. Er erzählte mir oft, wie schrecklich er den Prothesenkleber findet und wie sehr es ihn einschränkt, nicht mehr mit festen Zähnen essen zu können. Für mich waren das Schlüsselerfahrungen: Zähne sind nicht nur ein Körperteil – sie sind Freiheit. Genau deshalb setze ich heute alles daran, Zähne zu erhalten, solange es geht.